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Ars Vitalis
Vita
Der Surrealismus lebt! Und zwar in Leverkusen. In Gestalt dreier Herren, die dem Kölner Vorort entsprungen und seither dort sesshaft sind.
Klaus Huber, Freejazzer mit Wurzeln in der Blasmusik, Peter Wilmanns, studierter Klarinettist, und Buddy Sacher, Rockgitarrist, haben sich in den späten 70ern im Dunstkreis der Jugendszene zwischen Kunst, Öko- und Friedensbewegung kennen und schätzen gelernt.
Damals war Leverkusen, wie sie sagen, eine "kulturelle Wüste". Es musste etwas getan werden. Und so traten die drei zunächst auf Ausstellungen und als Straßenmusiker auf, tourten später kreuz und quer durch Europa und zeigten ihr improvisiertes Musiktheater, das sich von je her zwischen Tragödie, Poesie und Parodie bewegte.
1982 gaben sie sich den Namen Ars Vitalis, 1987 erfolgte die erste Produktion unter dem Titel "Muzik als Theater" - ein Motto, das von nun an das Konzept des Trios wurde. Es führte sie nach Japan, Mexiko, Canada, die USA und Norwegen und mit Schauspielerin Meret Becker und dem japanischen Schauspieler Issey Ogata zusammen, mit denen sie gemeinsame Projekte verwirklichen. Nebenbei schreiben die drei kosmischen Vögel mit dem besonderen Gespür für das absurd Komische Gedichte, Hörspiele, Ballettmusik, Freejazz oder drehen Kurzfilme.
Heute kann man Ars Vitalis getrost als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Ihr intellektueller Klamauk wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1995 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Prix Pantheon.
Programm "Fahrenheiten"
Ist es Kabarett oder schon Performance-Kunst, was die drei Herren in nicht ganz aktuellen Outfits zelebrieren?
Eine lebende Klanginstallation mit Wirkung auf die Lachmuskeln? Was ist ernst und was heiter? Sehen wir hier ein Stük von Samuel Beckett mit Musik von Louis Armstrong oder hören wir Ernst Jandl in der Figur des Charlie Chaplin?
So richtig einordnen lassen sich Ars Vitalis einfach nicht. Und das ist gut so. Seit gut 30 Jahren erheben sie sich mit ihrem "Muzik als Theater" über Genregrenzen und amüsieren ihr Publikum auf ganz eigene Weise. Perfekt unperfekt. Mit Kindertröte, Klebeband, Blasebalg und allerlei anderen obskuren Instrumenten, untermalt von bizarren Anekdoten und grotesken Tanzeinlagen. So feiern sie Klangorgien, die ihresgleichen suchen.
Und auch der Titel ihres aktuellen Programms lässt nur Vermutungen aufkommen. Fahrenheiten: Es geht ums Fahren, ums Reisen, um Hitze, das Quecksilber schlägt Purzelbaum. Doch wohin die Reise geht, weiß man erst am Ende eines Abends mit Ars Vitalis.
Die Vergänglichkeit zieht sich als Thema durch ihre Programme. Und manchmal spielen sie mit der Zeit, lassen alles ins Stocken geraten und geben ihren Zuschauern wertvolle Bedenkzeit. Ein großzügiges Geschenk in Zeiten von Rentabilität und Schnelllebigkeit. Menschen funktionieren eben nicht immer perfekt, das zeigen uns die drei Ingenieure des Irrsinns. Sonst wäre dieses herrlich schräge Musiktheater wohl auch nicht möglich.
"Unsere Instrumente beherrschen uns", sagen Ars Vitalis und planen eine "konzertierte Attacke auf den Verlust des Staunens". Das Publikum ziehen sie garantiert auch in ihren Bann.
Internet
Weitere Infos finden Sie unter
www.arsvitalis.de
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